Ratgeber: Weinflaschen kaufen

  • Ihr Weinflaschen-Ratgeber

    • Welche Weinflaschen Formen kann man kaufen?
    • Welche Qualitäten gibt es bei Weinflaschen? 
    • Welche Verschlussarten sind für Weinflaschen 
      zu empfehlen?
    •  Wie lagert man leere Weinflaschen, wie
      gefüllte Weinflaschen?
    • Was sollte man beim Abfüllen von 
      Weinflaschen beachten? 
    • Welche Möglichkeiten gibt es, 
      Weinflaschen zu individualisieren? 

Ihr Weinflaschen Ratgeber:

Welche Weinflaschen-Form kaufen?

Die Weinflasche wurde gegen Ende des 17. Jahrhunderts erfunden. Sie löste Keramikkrüge und Fässer ab, schaffte eine längere Haltbarkeit des Weines und sorgte dafür, dass der Wein noch in der Flasche nachreifen konnte. Heute ist sie das gängigste, gläserne Lagerbehältnis für den Wein. Unterschiedlichste Farben, Formen und Größen bieten eine große Auswahl an Weinflaschen. Die 0,75 Liter Flasche ist die geläufigste Größe und seit 1977 EU-Norm.

 

Der Vorteil von Glas ist die chemisch neutrale Zusammensetzung. Dadurch eignet sich Glas als optimaler Flüssigkeitsbehälter, da der Inhalt der Flasche unverfälscht bleibt. Die Abfüllung eines Weines in einer Weinflasche ist ein Prädikat, schließlich schafft Glas die bestmöglichen Vorrausetzungen für den Wein. Es ist dicht, neutral und umweltfreundlich.

 

Bordeauxflasche

Weinflasche Bordeaux

Die Bordeauxflasche stammt aus der Weinbauregion rund um Bordeaux. Weltweit ist sie heute die am häufigsten verwendete Weinflasche. Es werden sowohl Rot- als auch Weißweine in ihr abgefüllt. Ihre Form erinnert an einen Zylinder, sie hat einen eher kurzen Hals und breite Schultern. Die Bordeauxflasche gibt es in vielen verschiedenen Farbvariationen.

 

In dieser Form werden häufig Weinflaschen gekauft, um diese Rebsorten abzufüllen:

  • Cabernet Sauvignon
  • Merlot
  • Petit Verdot
  • Cabernet Franc
  • Sauvignon Blanc
  • Semillion

Burgunderflasche

Auch diese Flaschenform stammt aus Frankreich, nämlich aus der Weinbauregion Burgund. Die Burgunderflasche hat eine dickbauchige Form, keine Schultern und einen kurzen Hals. Erhältlich ist diese Flasche überwiegend in den Farben grün und braun es gibt aber auch Klarglasvariationen. In Deutschland werden vor allem Spätburgunder und Grauburgunder in ihr abgefüllt, dies ist aber natürlich jedem selbst überlassen.

 

In dieser Form werden häufig Weinflaschen gekauft, um diese Rebsorten abzufüllen:

  • Pinot Noir
  • Chardonnay
  • Chenin Blanc
  • Barolo
  • Grau- oder Spätburgunder

Schlegelflasche

Schlegel Weinflasche

Die Schlegelflasche stammt ursprünglich aus Deutschland und war früher die am häufigsten genutzte Weinflaschenform hier zu Lande. Es handelt sich bei ihr um eine schlanke, flötenartige Weinflasche, welche an eine langgezogene Burgunderflasche erinnert. Auch diese Flaschenform ist in unterschiedlichen Farben und Größen erhältlich.

 

In dieser Form werden häufig Weinflaschen gekauft, um diese Rebsorten abzufüllen:

  • Riesling
  • Rieslaner
  • Gewürztraminer
  • sowie andere Dessertweine

Verschlusssysteme:

Lange Zeit gab es nur Naturkork, mittlerweile gibt es jedoch eine Vielzahl von Verschlussarten, um den Wein vor Feuchtigkeit und Sauerstoff zu schützen. Die Wahl des Verschlusses trifft der Winzer meist aufgrund des jeweilig abgefüllten Weines. Jeder Wein ist anders und so hat auch jede Verschlussart seine Vor- und Nachteile.

 

Naturkork

Der traditionelle Naturkork wird aus der Rinde der Korkeiche hergestellt und hat eine durchschnittliche Länge von 36-60 Millimeter. Kork sind die abgestorbenen Zellen der Korkeichenrinde. Der Zellinhalt besteht aus Stickstoff und die Zellwände aus Suberin. Suberin ist eine wasserabweisende Substanz, die verhindert, dass Flüssigkeit durch den Korken austritt. Lentizellen sind die Poren und Adern des Korkens. In der Korkeiche versorgen sie den Baum mit Sauerstoff. Bei einem Weinkorken sind Lentizellen für die Qualität des Weines ausschlaggebend. Je mehr Lentizellen ein Korken hat, umso minderwertiger ist seine Qualität und umso schneller oxidiert der damit verschlossene Wein. Jeder Naturkorken ist anders, bei dem einen ist der Luftaustausch größer, bei dem anderen geringer. Deshalb reift jeder Wein in einer Weinflasche, verschlossen mit einem Naturkork, unterschiedlich.

 

Kunststoffkorken

Der Kunststoffkorken ist ein synthetischer Verschluss, der aus einem umweltfreundlichen Material hergestellt wird. Flaschen, die mit einem Kunststoffkorken verschlossen sind, werden mit einem traditionellen Flaschenöffner geöffnet und erzeugen beim Öffnen ein „Plopp Geräusch“. So Verbindet sich in dieser Verschlussart Tradition mit innovativer Technologie. Bei der Umstellung von Naturkork auf Kunststoffkork werden keine neuen Maschinen benötigt. Er gilt als eine geschmacksneutrale, kostengünstige Alternative.

 

Glaskorken

Der Glaskorken sorgt für einen ungetrübten Weingenuss und ist eine elegante Alternative.

Der Silikonring, der den Glaskorken umgibt, sorgt dafür, dass kein Sauerstoff ins Innere der Flasche gelangt. Des Weiteren wird zum Öffnen kein Hilfsmittel benötigt und der Verbraucher kann die Flasche problemlos wiederverschließen.

 

Schraubverschluss

Der Schraubverschluss fördert konstante Qualität und gleichbleibenden Geschmack, ausschlaggebend ist allerdings die Verarbeitung des Schraubverschlusses. Hochwertige Schraubverschlüsse werden mit einer Dichtanlage hergestellt und mit einer Zinnschicht versehen. Dies sorgt dafür, dass kein Sauerstoff in die Flaschen dringen kann. Praktisch ist auch, dass man die Flasche ohne weiteres wiederverschließen kann und zum Öffnen kein Hilfsmittel benötigt.

 

 

Wie lagert man gekaufte Weinflaschen?

Lagerung von Weinflaschen

Traditionell werden Weinflaschen liegend gelagert, ein Indiz dafür sind die bekannten Weinflaschenregale, die in ihrer Konstruktion auf eine liegende Lagerung ausgerichtet sind. Es ist jedoch auch eine stehende Lagerung möglich. Lange Zeit ist man davon ausgegangen, dass Flaschen, die mit einem Naturkork verschlossen sind, liegend gelagert werden sollten, um ein Austrocknen des Korkens zu vermeiden und um die Dichtigkeit zu bewahren. Ein Austrocknen des Korkens findet jedoch auch bei einer stehenden Lagerung nicht statt. Im Gegenteil, der Kork nimmt während der stehenden Lagerung Wein auf, dies ermöglicht die gesättigte Atmosphäre im Leerraum der Weinflasche. Heute eignen sich nur noch die wenigsten Weine für eine lange Lagerung. Die Lagerdauer eines Weines ist abhängig von der Rebsorte, der Anbaumethode des Winzers und vom Jahrgang. Grundsätzlich sagt man, je mehr Tannin (Gerbsäure) ein Wein enthält, desto lagerfähiger ist er.

Vier entscheidende Punkte zur optimalen Weinlagerung

1. Vorsicht vor dem Lichtgeschmack

Die Franzosen nennen ihn den „Goût de Lumière“, zu Deutsch, der Lichtgeschmack. Er kann dazu führen, dass ein Wein seine Balance verliert und sein Aroma verflacht. Um diesen Effekt zu reduzieren, werden getönte Weinflaschen gekauft (z.B. grün oder braun). Denn die ultravioletten Strahlen sind eine Gefahr für jeden Wein, sie führen zu chemischen Reaktionen, die schon mit dem bloßen Augen zu erkennen sind. Weißweine nehmen eine goldgelbe Farbe an und Rotweine bleichen häufig aus. Doch eine getönte Flasche allein reicht nicht aus. Lagern Sie den Wein auch Zuhause dunkel und ohne direkte Sonneneinstrahlung.

Tipp: Kaufen sie Wein in verschlossenen Kartons.

2. Um Wein lang lagern zu können muss das Klima stimmen

Nutzen Sie Räume, die gut isoliert sind, damit der Wein keinen starken Temperaturschwankungen unterliegt. Gleichbleibende Temperaturen von +10°C bis +15°C sind für eine Weinflaschenlagerung optimal. Denn bei steigenden Temperaturen nimmt die Bewegungsenergie der Weinmoleküle zu, so wird der Reifeprozess beschleunigt und der Alkohol beginnt sich zu verflüchtigen. Bei einer Lagerung über mehrere Jahre empfiehlt man tiefere Temperaturen zwischen +10°C und +12°C. Wichtig ist es, die Temperaturen konstant zu halten, da Temperaturschwankungen dem Wein schaden können. Auch die Temperatur, die ein Wein beim Verzehr hat, spielt eine entscheidende Rolle für den Weingeschmack. Weißweine sollten kälter als Rotweine getrunken werden.

3. Die Luftfeuchtigkeit ist nach Möglichkeit konstant hoch zu halten

Für die Entwicklung eines Weines spielt die Qualität der Luft, die den Wein umgibt, während der Lagerung eine entscheidende Rolle. Denn Gerüche aller Art können sich auf den Wein übertragen und ihm damit schaden. Bei einer Lagerung in der Wohnung sollte darauf geachtet werden, dass keine Essensgerüche an den Wein gelangen.

Tipp: Etikettierte Flaschen sollten maximal bei einer Luftfeuchtigkeit von 60% gelagert werden. Wird dies nicht beachtet, könnte es zur Beschädigung des Etikettes und zur Schimmelbildung kommen.

4. Ein optimaler Lagerprozess gönnt dem Wein die nötige Ruhe

Schon kleine Erschütterungen können alten Weinen gefährlich werden. Das Depot des Weines wird aufgewirbelt und es folgt eine verstärkte Reaktion der Weininhaltsstoffe, die zu einer unerwünschten Aromaverbindung führen kann. Der Wein schmeckt dann unharmonisch und fremd.

Winzer lagern ihren Wein in einem Weinkeller, haben Sie keinen Weinkeller Zuhause können Sie ihren Wein auch in Regalen aus Tonzylindern in der Wohnung lagern. Diese lassen sich stapeln. Im Inneren solch einer Tonröhre bleibt die Temperatur etwas konstanter als drumherum. Eine andere Alternative sind sogenannte Weintemperierschränke/ Weinkühlschränke, in ihnen herrschen optimale Bedingungen, um Weine perfekt altern zu lassen.

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